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Meteorologie

Wasserhose

Eine Wasserhose ist im Prinzip nichts anderes als ein Tornado, der sich über einer größeren Wasserfläche (wie dem Meer oder großen Binnenseen) bildet. Es handelt sich um einen kleinräumigen, rotierenden Luftwirbel mit einer senkrechten Achse, der von einer Schauer- oder Gewitterwolke bis zur Wasseroberfläche hinabreicht.

Sie bilden sich meist im Spätsommer oder Frühherbst. Die wichtigste Voraussetzung ist eine hohe Wassertemperatur kombiniert mit sehr kalter Luft in den höheren atmosphärischen Schichten. Die warme, feuchte Luft steigt rasant auf, und durch aufeinandertreffende Winde aus unterschiedlichen Richtungen (Konvergenz) gerät die Luftmasse in Rotation. Der sichtbare Rüssel entsteht durch Kondensation der Luftfeuchtigkeit im Inneren des Wirbels infolge des extremen Druckabfalls. Sobald die Wasserhose die Oberfläche berührt, wirbelt sie Gischt auf und saugt Wasser teilweise mit nach oben.

Gefährlichkeit: Wasserhosen sind oft schwächer als Tornados über Land, können aber dennoch Windgeschwindigkeiten von 100 bis über 150 km/h erreichen. Für Schiffe, Segelboote und Schwimmer stellen sie in unmittelbarer Nähe eine erhebliche Gefahr dar. Zieht eine Wasserhose an die Küste, schwächt sie sich mangels der warmen Energiequelle des Wassers meist innerhalb weniger Minuten komplett ab. Am Strand kann sie jedoch kurzzeitig Liegen oder Sonnenschirme durch die Luft wirbeln.

Titelbild: Wasserhose vom 8. November 2024 im Golf von Hammamet vor Nabeul.

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