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Rund um das Wetter in Tunesien

Wasserversorgung

Staudämme erreichen fast eine Milliarde Kubikmeter – Bestes Niveau seit 2020

Dank der jüngsten Regenfälle haben sich die Wasserreserven der tunesischen Staudämme deutlich verbessert, mit einem Füllstand von fast 45% und einem Volumen von fast einer Milliarde Kubikmetern. Noch im November 2024 war ein absolutes Minimum von unter 20% Füllrate erreicht worden.

Die jüngsten Regenfälle in mehreren Regionen des Landes haben die Wasserreserven erheblich verbessert. Laut des Experten für Ressourcenentwicklung und -management, Houssein Rhili, ist der Füllstand der Stauseen in den letzten zwei Wochen stark gestiegen. Tunesien nähert sich damit der symbolischen Schwelle von einer Milliarde Kubikmeter gespeicherten Wassers, eine Situation, die seit 2020 nicht mehr vorgekommen ist.

Starke Niederschläge, aber neue geografische Verteilung
Die jüngsten Niederschläge betrafen fast zehn Küsten- und Binnenprovinzen. Rhili betonte jedoch in einem Interview mit Mosaique FM, dass die Speicherkapazität in mehreren Orten nach wie vor begrenzt ist, mit Ausnahme einiger Staudämme in Nabeul, eines Bauwerks in Ben Arous und zweier weiterer in Zaghouan sowie einiger Stauseen, die nach Jahren der Dürre nun wieder gefüllt sind. Diese Reserven werden insbesondere zur Auffüllung der Grundwasservorkommen und zur Wiederbelebung der Vegetationsdecke beitragen.

Der Experte weist auf eine deutliche Veränderung der Niederschlagskarte seit 2018 hin: Die Regenfälle betreffen nun auch Binnengebiete, die für solche Niederschlagsmengen nicht vorbereitet sind, während fast 70% der tunesischen Staudämme im äußersten Norden und Nordwesten liegen, was sich direkt auf ihren Füllstand auswirkt.

Rhili spricht von besonders hohen Niederschlagsmengen, die über denen der letzten beiden Jahre liegen, insbesondere nach dem Sturm „Harry” und dem Tiefdruckgebiet, das den Norden und Nordwesten heimgesucht hat. In den letzten zwei Tagen erreichten die Niederschlagsmengen 143 Liter/m2 (mm) in Béni Mtir, 99 mm in bestimmten Gebieten von Siliana und 60 mm in Béja, was zu erheblichen Zuflüssen in die Wadis führte.

Ein Füllstand zwischen 44 und 45%
Der Füllstand der Stauseen schwankt derzeit zwischen 44 und 45% und ist damit deutlich höher als im letzten Jahr. Diese Verbesserung entspricht einem Anstieg der Niederschlagsmenge um 12 Prozentpunkte, was etwa 300 Millionen Kubikmetern zusätzlichem Wasser entspricht. Wenn es im Februar und März weitere Niederschläge gibt, könnte der Füllstand 50% überschreiten, was den Druck auf landwirtschaftliche Erzeuger im Vorfeld der nächsten Agrarsaison deutlich verringern würde.

Anm.: Leider hat die ONAGRI die jahrzehntelange Veröffentlichung von Füllständen im Internet eingestellt, warum auch immer.

Titelbild: Symbolfoto

Quelle: Webdo.tn