Die schwersten Überschwemmungen in der Geschichte Tunesiens
In der Geschichte Tunesiens kam es zu einigen Starkregen- und Flutereignissen, die hohe Menschenopfer und immense Sachschäden verursachten. Die meisten dieser Überschwemmungen und starken Regenfälle wurden durch Kaltlufttiefs, Wüstentiefs und Ostwind-Wetterlagen verursacht.
Überschwemmungen von 1969
Die wohl schlimmste Hochwasserkatastrophe in Tunesien ereignete sich 1969. Ungewöhnlich hohe Niederschlagssummen verursachten im Herbst 1969 in Tunesien mehrere Hochwasserwellen, deren bisher kaum gekanntes Ausmaß größte Schäden hervorrief. Dies führte in Folge zu 542 Toten und rund 100.000 Obdachlosen. Die Überschwemmungen betrafen ganz Tunesien, insbesondere die zentralen Provinzen, und hatten besonders schwerwiegende Auswirkungen auf die Provinzen Kairouan, Sidi Bouzid, Kasserine, Gafsa, Sfax, Gabès, Siliana und die Küste. Die höchsten Niederschlagsmengen wurden in Hajeb El Ayoun (1.231 mm), Makthour (857 mm), Barqou (835 mm), El Hencha (790 mm), El Jem (782 mm), Teboulba (755 mm) und Sbeitla (719 mm) gemessen, was dem Zwei- bis Vierfachen des Jahresdurchschnitts entspricht.
Überschwemmungen von 1973
Iim März 1973 wurde der Norden Tunesiens, insbesondere das Becken des Oued Medjerda, von Sturzfluten heimgesucht. Die Städte Béja, Medjez-el-Bab und Jendouba gehörten zu den am stärksten betroffenen Orten, mit einer geschätzten Bilanz von fast 100 Toten und erheblichen Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen und Straßennetzen.
Überschwemmungen von 1982
Im Jahr 1982 verursachten heftige Regenfälle schwere Überschwemmungen im Gouvernorat Sfax mit starken Sachschäden in der Landwirtschaft.
Überschwemmungen von 1990
Diese Überschwemmungen ereigneten sich zwischen dem 21. und 23. Januar 1990, insbesondere in Zentral- und Südtunesien, vor allem in den Gouvernoraten Sidi Bouzid, Gafsa, Sfax, Gabès und Kairouan. Die höchsten Niederschlagsmengen lagen zwischen 300 und 450 mm in drei Tagen. Dies führte zum Tod von 60 Tunesiern.
2000er Jahre: Überschwemmungen in Städten und Anfälligkeit der Infrastruktur
Mit der zunehmenden Urbanisierung haben die Regenfälle der 2000er Jahre die Anfälligkeit der Entwässerungssysteme großer Städte offenbart. Die Überschwemmungen im September 2003 und 2007, insbesondere im Großraum Tunis, führten zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen, großen Sachschäden und auch Todesfällen, auch wenn die Bilanz insgesamt geringer ausfiel als in den 1960er- und 1970er-Jahren.
Überschwemmungen im Gouvernorat Nabeul von 2018
Am 22. September 2018 fielen in Beni Khaled innerhalb von 6 Stunden 297 mm Niederschlag, wobei die Niederschlagsmengen in mehreren Städten der Provinz Nabeul 200 mm überstiegen. Sechs Tunesier kamen ums Leben.
Überschwemmungen an der Sahelküste von 2020
Anfang September 2020 fielen 541 mm in Menzel Farsi, 516 mm in Moknine, 500 mm in Beni Hassan im Gouvernorat Monastir, wobei in den meisten Städten innerhalb von zwei Wochen Niederschlagssummen von mehr als 300 und 350 mm gemessen wurden, was den durchschnittlichen Niederschlagsmengen eines ganzen Jahres entsprach. Nach Angaben der Zivilbehörden kamen bei diesen Überschwemmungen mindestens sechs Menschen ums Leben, Tausende wurden obdachlos und es entstanden umfangreiche Schäden an Wohnhäusern und landwirtschaftlichen Betrieben.
Überschwemmungen an der gesamten Sahelküste von 2026
Die jüngsten Überschwemmungen ereigneten sich am 19. und 20. Januar 2026, wobei die Niederschlagsmengen in mehreren Gouvernoraten, insbesondere in Nabeul, Monastir, Zaghouan, Tunis und Ben Arous, 200, 300 und 350 mm überstiegen … Es gab enorme materielle Verluste, fünf Opfer in Maknès und vier vermisste Seeleute.
Tunesien hat weitere Überschwemmungen erlebt, insbesondere 1973 im Medjerda-Becken an der Küste, 1982 in Sfax und 1995 in den Gouvernoraten Sousse und Tataouine, 2003 und 2006 in der Hauptstadt und im Medjerda-Becken, 2009 in Radès und an der Küste, 2012 an der Küste, insbesondere in Mahdia, und 2016 an der Küste, wobei die Niederschlagsmengen zwischen 100 und 250 mm lagen und Dutzende Todesopfer forderten.
Titelbild/Screenshot: Tobendes Meer am Boujaafar-Strand in Sousse

