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Rund um das Wetter in Tunesien

Wetterwarnung

Tunesien: Die Hitzewelle kehrt zurück: Bis zu 46 Grad – drohen auch wieder Stromausfälle?

Tunesien steht vor einer neuen Hitzewelle. Ab Samstag, den 22. Aug 2026, werden die Temperaturen im Großteil des Landes wieder stark ansteigen, wobei der Höhepunkt für Sonntag und Montag mit sechs bis zehn Grad über normal erwartet wird. Das Nationale Institut für Meteorologie (INM) prognostiziert Höchsttemperaturen von bis zu 46 Grad und die Rückkehr des Scirocco.

Eine Warnung, die unweigerlich Erinnerungen an die Hitzewelle im Juli weckt – an die starke Belastung des Stromnetzes und die Lastabwürfe, die diese Episode geprägt hatten, was wiederum zu Störungen in der Wasserversorgung, Schäden und schweren Verlusten für die Wirtschaft führte.

In einer am Mittwoch, dem 19. August 2026, veröffentlichten Meldung kündigt das INM ab Samstag, dem 22. August, in den meisten Regionen des Landes einen Temperaturanstieg an. Dieser Anstieg wird am Sonntag, dem 23., und Montag, dem 24. August, besonders ausgeprägt sein. Die Temperaturen werden dann die saisonalen Durchschnittswerte um sechs bis zehn Grad übersteigen, während die Höchstwerte im Allgemeinen zwischen 40 und 46 Grad liegen dürften, begleitet vom Auftreten des Scirocco.

Ein Höhepunkt am Sonntag und Montag, gefolgt von einer vorübergehenden Abkühlung
Nach den Vorhersagen des INM dürfte diese neue Hitzewelle Anfang nächster Woche ihren Höhepunkt erreichen. Am Dienstag, dem 25. August, wird ein Temperaturrückgang erwartet. Dieser dürfte jedoch nur vorübergehend sein, da das Thermometer anschließend bis zum Ende der Woche wieder ansteigen wird. In dieser zweiten Phase dürften die Temperaturen weiterhin um vier bis acht Grad über den saisonalen Durchschnittswerten liegen.

Diese Warnung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Temperaturen bereits an diesem Mittwoch hoch sind. In seinem täglichen Bericht prognostiziert das INM Höchstwerte zwischen 31 und 36 Grad an den Küsten und in den Höhenlagen sowie zwischen 37 und 41 Grad im Rest des Landes. In Tozeur soll das Thermometer 43 Grad erreichen, wobei lokal ein Scirocco aufkommen wird.

Die für das Wochenende angekündigte neue Hitzewelle bedeutet somit eine deutliche Verschärfung gegenüber den derzeit gemessenen Temperaturen.

Im Juli hatten Hitzewelle und Lastabwürfe das Land auf eine harte Probe gestellt
Diese Rückkehr der Hitze erfolgt nur wenige Wochen nach der langen Hitzewelle, die Tunesien im Juli heimgesucht hatte. Mehrere Regionen hatten damals über viele Tage in Folge besonders hohe Temperaturen zu verzeichnen. Der Klimaexperte Hamdi Hached hatte insbesondere betont, dass das Ungewöhnliche an dieser Hitzewelle weniger in den erreichten Temperaturen als vielmehr in deren Andauer lag.

Am 15. Juli hatten mehrere Wetterstationen die 45-Grad-Marke überschritten. Nasrallah im Gouvernorat Kairouan verzeichnete 48,2 Grad, Jendouba 48 Grad und Gaâfour im Gouvernorat Siliana 46,5 Grad.

Diese anhaltende Hitze hatte vor allem das Stromnetz unter enormen Druck gesetzt. Der massive Einsatz von Klimaanlagen hatte den Verbrauch in die Höhe schnellen lassen, und die STEG musste in mehreren Regionen Lastabwürfe vornehmen, um das Gleichgewicht des Netzes aufrechtzuerhalten und einen flächendeckenden Stromausfall zu vermeiden.

Am 24. Juli, als die Temperaturen bereits wieder zu sinken begannen, gab Mohamed Atef Bouabdallah, Mitglied des Allgemeinen Verbandes für Strom und Gas, an, dass der Bedarf immer noch bei etwa 6.000 Megawatt lag, während die STEG nur 4.400 Megawatt liefern konnte.

Die Lastabwürfe waren jedoch nur ein Teil des Problems. Die starke Beanspruchung der Anlagen hatte zudem zu Schäden geführt. Laut Mohamed Atef Bouabdallah waren Transformatoren und Kabel durchgebrannt, was zu Unterbrechungen führte, die deutlich länger andauern könnten als ein herkömmlicher Lastabwurf.

Von Lastabwürfen über Wasserausfälle bis hin zu wirtschaftlichen Verlusten
Die Folgen der Stromausfälle hatten sich schnell über das Stromnetz hinaus ausgebreitet. So war die Sonede direkt betroffen, da ihre Pumpstationen auf die Stromversorgung angewiesen sind. Am 14. und 15. Juli wurden an diesen Anlagen täglich zwischen 700 und 1.000 Stromausfälle verzeichnet. Bei jedem Stromausfall stellten sich die Pumpen ab, das Befüllen der Behälter wurde unterbrochen und der Druck in den Leitungen sank. Selbst nach Wiederherstellung der Stromversorgung konnten mehrere Stunden vergehen, bis die Wasserversorgung wieder vollständig funktionierte.

Auch für die Gewerbetreibenden waren die Folgen besonders schwerwiegend. Die Nationale Kammer der Cafébesitzer bezifferte die Verluste der Branche auf mehrere zehn Millionen Dinar, während die Nationale Kammer der Gastronomen schätzte, dass 70% der Betriebe von den wiederholten Stromausfällen betroffen waren. Verdorbene Waren, Unterbrechungen der Kühlkette, beschädigte elektrische Geräte, Produktionsausfälle, vorübergehende Schließungen und Einnahmeausfälle hatten Cafés, Restaurants, Geschäfte, Apotheken und Industriebetriebe getroffen.

In Nabeul mussten insbesondere mehrere Tomatenverarbeitungsbetriebe ihre Produktion unterbrechen oder drosseln, was sich sogar auf die Landwirte auswirkte, deren Ladungen vor den Fabriken warteten. Bislang wurde noch keine Gesamtabschätzung der durch diese Episode verursachten wirtschaftlichen Kosten veröffentlicht.

Zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich noch nicht sagen, ob die vom INM angekündigte neue Hitzewelle zu weiteren Lastabwürfen führen wird. Doch der Vorfall im Juli hat gezeigt, wie sehr intensive und anhaltende Hitze den Strombedarf schnell in die Höhe treiben und die Infrastrukturen unter Druck setzen kann, von denen wiederum die Wasserversorgung und ein Teil der Wirtschaftstätigkeit abhängen. Angesichts von Temperaturen, die in den kommenden Tagen bis zu 46 Grad erreichen können, rückt die Rückkehr der Hitzewelle daher auch die Fähigkeit des Stromnetzes, einen neuen Verbrauchsspitzenwert aufzufangen, wieder in den Vordergrund.

Vorsichtsmaßnahmen

Fahrzeuge
Unter den herausgegebenen Anweisungen wird besonders auf Vorsichtsmaßnahmen in Fahrzeugen hingewiesen. Es wird dringend davon abgeraten, Gegenstände, die unter Hitzeeinwirkung explodieren können, wie Aerosole, Feuerzeuge, kohlensäurehaltige Getränke, Parfüms und Batterien von elektronischen Geräten, im Fahrzeug zu lassen. Es wird außerdem empfohlen, die Autofenster leicht geöffnet zu lassen, um die Luftzirkulation zu ermöglichen, die Kraftstofftanks nicht vollständig zu füllen und das Tanken vorzugsweise am Abend durchzuführen. Autofahrten sollten nach Möglichkeit am Morgen vermieden werden, da die Temperaturen zu dieser Zeit schnell ansteigen. Es wird auch empfohlen, die Reifen nicht zu stark aufzupumpen, insbesondere vor langen Fahrten, um das Risiko eines Reifenplatzers zu vermeiden.

Gefahr durch giftige Tiere
Die intensive Hitze könnte auch dazu führen, dass Schlangen und Skorpione massenhaft aus ihren Höhlen kriechen. Auf der Suche nach Kühle könnten sie in Häuser oder landwirtschaftliche Betriebe eindringen. Die Behörden rufen daher zur Vorsicht und zur sorgfältigen Überwachung der Umgebung von Häusern auf, insbesondere in ländlichen Gebieten.

Gesundheit
Aus gesundheitlicher Sicht empfiehlt der Zivilschutz, viel Wasser und Flüssigkeiten zu trinken, um das Risiko einer Dehydrierung oder eines Hitzschlags zu vermeiden. Direkte Sonne sollte gemieden werden. Stark gekühlte Getränke sollten während der heißesten Stunden des Tages vermieden werden, um einen Schock zu vermeiden.

Haus, Heizung, Klimageräte
Die Verwendung von Warmwasserbereitern sollte während dieser Zeit eingestellt werden, ebenso wie die direkte Sonneneinstrahlung auf Gasflaschen, die zu schweren Unfällen führen könnte. Es ist auch wichtig, elektrische Überlastungen zu vermeiden, indem Klimaanlagen nur in bewohnten Räumen verwendet werden, insbesondere während der Hitzeperioden zwischen 10 und 15 Uhr. In diesem Zeitraum wird dringend empfohlen, direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden.

Der Zivilschutz erinnert daran, dass die Notrufnummer 198 rund um die Uhr erreichbar ist, um einen Vorfall zu melden oder Hilfe anzufordern. Diese Empfehlungen zielen darauf ab, die mit extremen Temperaturen verbundenen Risiken zu begrenzen und die Sicherheit aller während dieser Hitzewelle zu gewährleisten.

Quelle(n): Business News | INM