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Rund um das Wetter in Tunesien

Klimawandel

45° Celsius bald die Norm in Tunesien? Ein Experte schlägt Alarm

Die Hitzewellen, die derzeit mehrere Regionen Europas heimsuchen, sind kein Einzelfall. Sie sind Teil einer globalen Klimaveränderung, von der auch der Mittelmeerraum betroffen ist, zu dem auch Tunesien gehört. Dies erklärte der Professor für Klimatologie an der Universität Tunis, Dr. Zouheir Helaoui, der vor einer wahrscheinlichen Zunahme dieser Extremereignisse in den kommenden Jahren warnt.

In einem Beitrag am Montag, dem 13. Juli 2026, im Radiosender Express FM erklärte der Experte, dass Temperaturen von über 40°C im Sommer im tunesischen Klima nach wie vor ein übliches Phänomen seien. Er betonte jedoch, dass der Klimawandel nun dazu beitrage, die Häufigkeit und Intensität dieser Ereignisse zu verstärken, wobei die saisonalen Durchschnittswerte stärker überschritten würden.

Ihm zufolge hatten die Prognosen mehrerer nationaler und internationaler Organisationen bereits einen überdurchschnittlich heißen Sommer 2026 angekündigt. Der Mittelmeerraum zählt zu den Regionen, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sind, wobei der Temperaturanstieg laut Berichten der Vereinten Nationen schneller voranschreitet als im weltweiten Durchschnitt.

Zwei Phänomene als Ursache für die Hitzewellen
Professor Helaoui erklärte, dass die aktuellen Hitzewellen hauptsächlich auf das Zusammenspiel zweier meteorologischer Faktoren zurückzuführen sind.

  1. Der erste betrifft das Eintreffen sehr heißer und trockener Luftmassen aus dem Süden, die in Tunesien unter dem Namen „Chéhili“ bekannt sind. Diese Winde aus der Sahara tragen erheblich zum Temperaturanstieg bei, insbesondere in den Binnen- und südlichen Regionen.
  2. Der zweite Faktor hängt mit dem Vorhandensein eines starken Hochdruckgebiets in der Höhe zusammen, das gemeinhin als „Hitzekuppel“ bezeichnet wird. Dieses Phänomen wirkt wie eine atmosphärische Barriere, die das Eindringen kühlerer Luft aus dem Norden verhindert und die Ausbreitung der sich in Bodennähe angesammelten heißen Luft blockiert.

„Diese Konstellation begünstigt die Stagnation der Wärme und verlängert die Dauer der Hitzewellen“, erklärte der Klimatologe.

Eine aufgrund der Luftfeuchtigkeit stärker empfundene Hitze
Über die von den Wetterstationen gemessenen Temperaturen hinaus betonte der Experte die Bedeutung des Faktors Luftfeuchtigkeit für das Wärmeempfinden. Seiner Ansicht nach können Winde aus südöstlicher Richtung hohe Luftfeuchtigkeitswerte von bis zu 70 bis 80% mit sich bringen, insbesondere aufgrund der allmählichen Erwärmung des Mittelmeerwassers. Diese Luftfeuchtigkeit schränkt die Wirksamkeit der Schweißabsonderung ein, dem wichtigsten natürlichen Mechanismus, mit dem der menschliche Körper seine Temperatur reguliert.
Diese Situation erhöht das Risiko einer Hitzemüdigkeit, insbesondere bei älteren Menschen, Kindern und Menschen mit chronischen Erkrankungen.

Häufigere Extremtemperaturen in der Zukunft
Professor Zouheir Hallaoui warnte schließlich davor, dass Temperaturen zwischen 43 und 45 °C in den kommenden Jahren häufiger auftreten könnten, insbesondere im Landesinneren und im Süden Tunesiens.

Er stellte jedoch klar, dass sich diese Extremereignisse nicht dauerhaft über die gesamte Sommersaison hinweg festsetzen dürften, sich jedoch aufgrund des Klimawandels häufiger als bisher wiederholen könnten.
Die Zunahme von Hitzewellen ist somit eines der wichtigsten Anzeichen für den Klimawandel im Mittelmeerraum, einer Region, die den Folgen der globalen Erwärmung besonders ausgesetzt ist.

Titelbild: KI

Quelle: La Presse