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Rund um das Wetter in Tunesien

Beben 2026

Sind die drei Erdbeben in Zarzis ein Grund zur Sorge? Was das INM dazu sagt

Die drei Erdbeben, die innerhalb von weniger als 24 Stunden nahe Zarzis registriert wurden, haben bei vielen Tunesiern Besorgnis ausgelöst. Angesichts der Fragen, die diese Abfolge von Erdbeben aufgeworfen hat, möchte das Nationale Institut für Meteorologie (INM) jedoch beruhigen: Es handelt sich um eine völlig normale Entwicklung.

Der Leiter der geophysikalischen Abteilung des INM, Hassan Hamdi, erklärte am Donnerstag, dem 2. Juli 2026, gegenüber der Nachrichtenagentur TAP, dass das Beben der Stärke 2,4, das am Donnerstag um 16:16 Uhr westlich von Zarzis registriert wurde, lediglich das zweite Nachbeben des am Vortag aufgetretenen Hauptbebens sei.

Das erste Erdbeben mit einer Stärke von 4,2 auf der Richter-Skala war am Mittwoch um 14:41 Uhr registriert worden. Darauf folgte um 22:38 Uhr ein erstes Nachbeben, bevor am Donnerstagnachmittag ein zweites auftrat.

Eine Abfolge von Erdstößen, aber nichts Ungewöhnliches
Für den Experten ist dieser zeitliche Ablauf nichts Außergewöhnliches. Nachbeben sind ein natürliches Phänomen nach einem Hauptbeben, und ihre Intensität ist in der Regel geringer als die des ursprünglichen Bebens.

Hassan Hamdi weist zudem darauf hin, dass Tunesien aufgrund seiner geologischen Gegebenheiten und des Vorhandenseins mehrerer Verwerfungen, von denen einige aktiv sind, nach wie vor ein Land mit geringer bis mäßiger seismischer Aktivität ist. Erdbeben mit einer Magnitude von über 5 können Schäden an Gebäuden verursachen, während solche mit einer Magnitude von über 6 zu erheblichen Zerstörungen führen und die Infrastruktur beeinträchtigen können.

Der Süden Tunesiens gilt übrigens als eine Region, in der Erdbeben relativ selten vorkommen. Dies schließt jedoch das gelegentliche Auftreten von Beben mit einer Stärke über 4 nicht aus, wie dies kürzlich in Zarzis und Djerba oder zuvor im Gouvernorat Tataouine beobachtet wurde.

Karte der Erdbeben in 2026
Karte der Erdbeben in 2026

52 Beben seit Januar – eine Bilanz im Durchschnitt
Der Leiter des INM gibt zudem bekannt, dass seit Anfang des Jahres 2026 auf dem gesamten tunesischen Staatsgebiet 52 Erdbeben registriert wurden. Davon überschritten vier die Stärke 4, 28 lagen zwischen 2 und 3, während sieben unter 2 lagen. Die übrigen verteilen sich auf verschiedene Intensitätsstufen.

Diese Zahlen mögen beeindruckend wirken, liegen aber laut dem Institut im üblichen Rahmen. Tunesien verzeichnet im Durchschnitt zwischen 30 und 40 Erdbeben pro Jahr, wobei die Zahl in manchen Jahren auf bis zu achtzig Beben ansteigen kann.

Warum hat man den Eindruck, dass es mehr Erdbeben gibt?
Hassan Hamdi betont schließlich, dass dieser Eindruck auch mit einer veränderten Kommunikationspolitik des INM zusammenhängt. Seitens des Instituts wird nun zu jedem Erdbeben der Stärke 3 oder höher eine Pressemitteilung veröffentlicht, während früher nur Ereignisse mit einer Stärke von über 3,5 systematisch offiziell bekannt gegeben wurden.

Mit anderen Worten: Auch wenn die drei aufeinanderfolgenden Erdbeben die Besorgnis geschürt haben mögen, versichern die Experten, dass sie Teil der normalen seismischen Aktivität in Tunesien sind.

Titelbild & Karte: Volcanodiscovery

Quelle: Business News via TAP